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Social Media Marketing für Unternehmen

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Nicht erst, seit im Januar aufgrund der Änderung des Facebook Algorithmus eine Welle von Unsicherheit durch Marketing-Büros weltweit schwappte, ist klar: Social Media ist ein essenzieller Teil von Kommunikationsstrategien heutiger Unternehmen. Die verschiedenen Funktionen der sozialen Netzwerke bieten Unternehmern einzigartige Möglichkeiten, mit Kunden in Austausch zu treten und dem eigenen Unternehmen ein Gesicht zu geben.

Gleichzeitig erfordert erfolgreiches Social Media Marketing einen kontinuierlichen Fluss an kreativen Ideen, schnelle Reaktionen auf Follower und Fans sowie das richtige Gespür für aktuelle Themen und Trends. Dieser Aufwand kann schnell unterschätzt werden. Nicht zuletzt, da sich die sozialen Netzwerke und ihre Funktionen in einem ständigen Wandel befinden. Daher geht es in unserem heutigen Blog-Beitrag darum, was beim Aufbau einer erfolgreichen Social Media Strategie zu beachten ist.

Lernen Sie Ihre Zielgruppe kennen

Die Definition der eigenen Zielgruppe ist der erste Schritt beim Einstieg in die Sozialen Medien. Social Media basiert auf Kommunikation und Austausch – daher ist die Frage, wen genau Sie ansprechen möchten, von entscheidender Bedeutung.

Als Ausgangspunkt lohnt es sich zunächst, auf bereits vorhandene Daten über Ihre Stammkundschaft zurückzugreifen. Versuchen Sie, Ihren typischen Kunden zu charakterisieren und fragen Sie sich, welche Inhalte für ihn relevant sein könnten. Tools, wie Google Analytics, können ebenfalls Einblick in den Interessensbereich und die Demografie Ihrer Kunden geben. Leiten Sie aus Suchanfragen und Vorlieben Ihrer Zielgruppe relevante Themen ab. Angaben über Alter, Beruf und Bildungsstand helfen Ihnen zudem, den richtigen Ton für Ihre Posts zu finden und beispielsweise zu entscheiden, ob Sie Ihre Follower lieber duzen oder siezen. Das Alter ist besonders wichtig, um abzuschätzen, auf welchen Plattformen Ihre Zielgruppe angemeldet ist. Eine detaillierte Übersicht über die Präferenzen der verschiedenen Altersgruppen finden Sie hier.

Nicht außer Acht gelassen werden sollte auch das konkrete Nutzerverhalten Ihrer Zielgruppe in den sozialen Medien. Liest Ihre Nutzergemeinschaft nur passiv mit und sammelt interessante Informationen? Möchten Ihre Follower vor allem mit Anderen ins Gespräch kommen und Meinungen austauschen? Oder besteht Ihre Zielgruppe aus besonders aktiven Nutzern, die vornehmlich eigenen Content produzieren und teilen? Die Art und Weise, wie Ihre Zielgruppe die sozialen Medien nutzt, gibt Ihnen wertvolle Hinweise für die Gestaltung Ihrer eigenen Posts.

Zeichnen Sie also ein möglichst konkretes Bild Ihrer gewünschten Zielgruppe für den Start Ihrer Social Media Kampagne. Dieses Bild lässt sich dann über die verschiedenen Analysewerkzeuge der Social Networks weiter verfeinern. Anhand der Profilangaben, Kontakte und Likes Ihrer Fans können Sie Ihre Zielgruppe immer besser kennenlernen und Ihren Content dementsprechend anpassen.

Stellen Sie eine konkrete Social Media Strategie auf

Wie jede andere Komponente des Marketing-Mixes fordert auch der Start mit Social Media Marketing klar gesteckte Ziele. Am Anfang steht daher die Frage: Was genau möchte ich durch meine Social Media Kampagnen erreichen?

Eine Zielsetzung kann beispielsweise die Bindung bereits vorhandener Kunden sein. Das heißt, die Konzentration darauf, durch Social Media im Gedächtnis der Kunden zu bleiben und sie letztendlich zu einem erneuten Kauf anzuregen. Laden Sie Ihre Kunden ein, sich mit Ihnen zu vernetzen und bleiben Sie so präsent. Zeigen Sie Dankbarkeit für Loyalität über besondere Aktionen, Gutscheine oder teilen Sie relevante Zusatzinformationen zu Ihren Produkten und Leistungen.

Neben der Kundenbindung kann die Steigerung der Markenbekanntheit im Fokus der Social Media Strategie stehen. Mit 2,62 Milliarden Nutzern[1] weltweit eröffnet das Social Web den Zugang zu einem enormen Pool potentieller Kunden. Insbesondere die Möglichkeit, nach Standort und Interessen zu filtern, erleichtert es, genau die Nutzer anzusprechen, für die Ihr Unternehmen relevant ist. Hier geht es vor allem darum, Aufmerksamkeit zu erregen und durch besonders interessante, kreative und relevante Posts neue Fans zu gewinnen. Aufgrund der Like-und Share-Funktionen der Netzwerke verbreiten sich Inhalte nirgends so schnell, wie in den Sozialen Medien. Indem Sie Ihre Posts so gestalten, dass andere Nutzer darüber reden und sie mit Freunden und Bekannten teilen, können Sie neue Follower dazugewinnen und Ihre Bekanntheit steigern.

Nicht zuletzt ermöglicht Ihnen ein Social Media Profil, Ihrem Unternehmen eine eigene Stimme zu geben. Soziale Medien beruhen auf Kommunikation und Austausch und indem Sie Ihre Unternehmenswerte teilen, schaffen Sie eine individuelle Markenpersönlichkeit, mit der sich potentielle Kunden identifizieren können. Das kann beispielsweise über Einblicke in den Unternehmensalltag, Stellungnahmen zu aktuellen Geschehnissen oder auch lockere und humorvolle Postings erfolgen. Signalisieren Sie, dass Sie an einem Dialog mit Ihren Kunden interessiert sind und bleiben Sie so authentisch wie möglich. So schaffen Sie Glaubwürdigkeit und Vertrauen – Grundvoraussetzung, um aus einem Follower einen Kunden zu machen.

Social Media Kalender

Planen Sie Inhalt und Anzahl Ihrer Posts

Ganz besonders wichtig bei der erfolgreichen Implementierung Ihrer Social Media Präsenz ist deren regelmäßige Pflege. Egal, ob Sie täglich oder einmal die Woche posten: Das Wichtigste ist, kontinuierlich am Ball zu bleiben.

Hilfreich ist hier die Erstellung eines Redaktionsplans. Überlegen Sie sich im Voraus für einen Zeitraum von 6-12 Monaten, welche und wie häufig Sie Aktivitäten auf Ihren Accounts schalten wollen. Markieren Sie auch direkt besondere Tage oder Ereignisse, die relevant für Ihr Unternehmen sein könnten. Das können ganz klassische Ferien, wie Weihnachten oder der Valentinstag sein, aber auch branchenrelevante Events oder ein geplanter Produkt-Launch.

Bereits ein einfacher Kalender in Excel hilft, Ihrem Profil eine klare Linie zu geben und die Aufgaben klar zu verteilen. Anhand Ihres Plans können Sie dann auch gleich den zeitlichen und personellen Aufwand abschätzen. So sehen Sie sofort, ob für Ihr Vorhaben nicht doch eine neue Stelle von Nöten ist.

Füllen Sie Ihren Plan mit einem Mix aus Inhalten, die Bezug auf Ihr Unternehmen und dessen Leistung nehmen und Ihren Kunden einen Mehrwert bieten. Legen Sie den Fokus darauf, nützliche Informationen zu vermitteln und interessante oder unterhaltsame Themen zu teilen. Explizit werbliche Beiträge sollten auf Ihrem Social Media Profil nur einen geringen Anteil ausmachen. Achten Sie auch auf abwechslungsreiche Medienformen und variieren Sie zwischen Text, Fotos, Videos, GIFs oder Verlinkungen. Denn auch in den sozialen Medien gilt: Ein Bild sagt mehr als tausend Worte.

Um noch besser zu planen, können auch professionelle Tools helfen, mit denen Sie Ihre Posts im Voraus erstellen und später automatisch posten können. Hier gilt es aber, flexibel zu bleiben, um weiterhin auf das aktuelle Tagesgeschehen eingehen zu können.

Sorgen Sie für Interaktion

Damit Ihre Posts und Aktivitäten auch den erhofften Effekt haben, ist es unabdingbar, dass diese den Nutzer auch erreichen. Was dem User letztendlich im Newsfeed angezeigt wird, bestimmt der Algorithmus des jeweiligen Netzwerkes. Entscheidend, um als wertvoller Content eingestuft zu werden, ist das Engagement- d.h. der Grad der Interaktion Ihrer Follower mit Ihren Inhalten.

Im Idealfall bauen Sie daher über die Zeit mit Ihrer Profilseite eine eigene Community auf, mit der Sie im regen Austausch stehen. Erwecken Ihre Beiträge echtes Interesse, werden Ihre Follower zu Werbebotschaftern, indem sie die Beiträge Ihres Unternehmens teilen und mit anderen Nutzern diskutieren.

Ermuntern Sie ganz bewusst die Interaktion Ihrer Follower mit Ihnen und anderen Nutzern. Sprechen Sie Ihre Fans direkt an und fragen Sie, beispielsweise über Umfragen, nach deren Meinung. Schneiden Sie ein aktuell stark diskutiertes Thema an oder nutzen Sie Funktionen, wie das Facebook Live-Video, um in Echtzeit mit Ihren Nutzern zu chatten. Stellen Sie dabei aber immer einen sinnvollen Bezug zu Ihrem Unternehmen her – ein  simpler Aufruf zum Verlinken, Kommentieren oder Teilen wird durch die Algorithmen abgestraft.

Besonders wichtig: Reagieren Sie immer schnell, kompetent und freundlich auf Ihre Follower. Ebenso schnell wie ein Post viral gehen kann, können sich die Gemüter in den Kommentarspalten wegen vermeintlicher Kleinigkeiten erhitzen.

Insbesondere als kleineres Unternehmen kann es darüber hinaus sinnvoll sein, über den eigenen Tellerrand zu schauen. Das heißt, dass es nicht nur darum geht, Besucher auf die eigene Seite zu locken, sondern auch selber durch Teilen, Liken und Kommentieren anderer Beiträge ein Netzwerk aufzubauen und so an Reichweite zu gewinnen.

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Welche Social Media Plattform ist die Richtige?

Ist geklärt, wann und was gepostet werden soll, bleibt noch eine letzte Frage: Wo möchte ich meine Inhalte teilen? Im Internet finden sich eine Vielzahl an sozialen Netzwerken, die sich mitunter hinsichtlich Funktionen, Aufbau und Nutzergruppe stark unterscheiden. Daher stellen wir Ihnen zum Abschluss kurz 5 der wichtigsten Social Media Plattformen vor:

Facebook

Mit 30 Millionen[2] monatlich aktiven Nutzern ist Facebook das mit Abstand beliebteste soziale Netzwerk Deutschlands. Tendenziell wird das Publikum von Facebook immer älter: bei Nutzern ab 30 Jahren ist ein deutlicher Zulauf zu verzeichnen, während Teenager vermehrt zu anderen Plattformen wechseln. [3] Für 67% der Unternehmen bleibt Facebook aber die wichtigste Plattform für Social Media Marketing[4].  Wer möglichst viele Menschen erreichen möchte, kommt an Facebook nicht vorbei. Ebenso lohnt sich die Plattform dank der Standortfunktion für eher regional agierende Unternehmen. Mit einer Unternehmensseite auf Facebook lassen sich verschiedenste Inhalte mit den Followern teilen, dank der Live-Video Funktion sogar in Echtzeit. Zudem bietet Facebook mit dem Ad-Manager ein leicht verständliches Werbe-Tool. Aufgrund der Vielzahl an Daten, die Nutzer bei Facebook eintragen, lassen sich hiermit stark individualisierte Anzeigen schalten.

Instagram

Im Vergleich zu Facebook zeichnet sich dessen Tochterfirma Instagram durch eine deutlich jüngere Nutzergemeinde aus: 84% der 14 bis 19-Jährigen haben ein Instagram-Profil[5].

Inhaltlich steht bei Instagram klar die Optik im Fokus. Unternehmen sollten vermehrtes Augenmerk auf die Ästhetik und Qualität der geteilten Fotos und Videos legen. Um das Wunschpublikum zu erreichen, werden dann noch die relevanten Schlagwörter in Form von Hashtags gesetzt. Besonders geeignet ist Instagram als Foto-Sharing Plattform für Lifestyle- und Freizeitprodukte, wie Bekleidung, Kosmetik, Gastronomie oder Autos. Nochmals attraktiver für den E-Commerce wurde die Plattform durch die neue „Shop-the-Look“- Funktion, mit der durch einen Klick vom Post in den Webshop gewechselt werden kann.

LinkedIn / Xing

LinkedIn und sein Pendant für den deutschsprachigen Raum Xing sind Plattformen, auf denen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer miteinander vernetzen. Durch Employer Branding präsentieren sich Unternehmen auf Ihrem Business-Profil als attraktive Arbeitgeber, um neue, qualifizierte Mitarbeiter zu rekrutieren. Das kann entweder durch Stellenanzeigen oder das direkte Kontaktieren potentieller Kandidaten geschehen. Ebenso kann das professionelle Netzwerk im B2B-Bereich durch das Verbinden mit Kunden und Lieferanten erweitert und gepflegt werden. Den Profilseiten von LinkedIn oder Xing können interessierte Leser folgen und sie können als Mini-Website des Unternehmens dienen.

Twitter

Twitter ist ein sogenannter “Microblogging” Dienst, mit dem auf 240 Zeichen begrenzt Kurznachrichten, Bilder oder Videos geteilt werden können.

Twitters größte Stärken sind dessen Aktualität und schnelle Informationsverbreitung. Das Netzwerk dient in Deutschland vor allem als Informationsquelle zum aktuellen Zeitgeschehen. Die populärsten Accounts sind daher Personen des öffentlichen Lebens sowie Sportler und Medienseiten.

Von Unternehmen wird Twitter meist im B2B-Bereich genutzt. Hier lohnt sich vor allem das Posten von informationsreichen Inhalten, um sich mit anderen medien- und marketingaffinen Experten zu vernetzen und durch Retweets an Reichweite zu gewinnen. Ähnlich zu Instagram dienen auf Twitter Hashtags zur gezielten Platzierung der Tweets. Einige Unternehmen machen sich auch die Schnelllebigkeit von Twitter zu Nutze, indem sie über die Chat-Funktion und Tweets eine Art erweiterten Kundenservice bieten.

YouTube

Auf der Videoplattform YouTube können verschiedenste Videoclips hochgeladen und in anderen Netzwerken verlinkt und geteilt werden. Für Unternehmen geht der Trend auf YouTube weg vom klassischen Werbeclip hinzu emotional aktivierenden Imagevideos oder persönlich gestalteten Tipps und Tricks in Form von Tutorials. Das Potential der Erstellung eigenen Contents auf YouTube wird in einer Studie von Statista deutlich, in der  51% der Befragten angaben, sich vor einer Kaufentscheidung gelegentlich bis häufig auf YouTube zu informieren.[6] Obwohl das Videoportal auf Platz zwei[7] der weltweit meist genutzten Netzwerke steht, ist die kommerzielle Nutzung von YouTube mit eigenen Inhalten in Deutschland allerdings eher gering. Dies lässt sich häufig durch den relativ hohen Aufwand eigener Videoproduktionen erklären.

In den seltensten Fällen ist es ein Muss, alle verfügbaren Kanäle zu bespielen. Insbesondere bei kleineren Unternehmen macht es Sinn, sich zu Beginn zunächst für ein soziales Netzwerk zu entscheiden. Letztlich kommt es bei der Wahl der richtigen Social Media Plattform auf die individuellen Unternehmensziele und die gewünschte Zielgruppe an.

Fazit

Soziale Netzwerke sind aus dem Alltag der meisten Konsumenten nicht mehr wegzudenken. Facebook, Instagram & Co. werden hierbei nicht nur zur Unterhaltung und Kommunikation genutzt, sondern dienen ebenso als Informationsquelle und Hilfe für Kaufentscheidungen. Social Media bietet Unternehmen daher die Gelegenheit zur gezielten Ansprache neuer Kunden, Vergrößerung ihrer Reichweite und Stärkung von Kundenbeziehungen. Es lohnt sich also, Zeit und Ressourcen in den Aufbau und die Pflege Ihres Social Media Auftritt zu investieren! Setzen Sie dabei auf Content mit Mehrwert und eine ansprechende Markenpersönlichkeit – immer mit Blick auf Ihre Zielgruppe. So zeigen Sie Ihren Followern, wofür Ihr Unternehmen steht und gewinnen treue Fans, aus denen schließlich neue Kunden werden können.

 

 

[1] https://www.statista.com/statistics/278414/number-of-worldwide-social-network-users/

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/503046/umfrage/anzahl-der-nutzer-von-facebook-und-instagram-in-deutschland/

[3] https://www.faktenkontor.de/pressemeldungen/facebook-seniorenheim-unter-den-sozialen-medien/

[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/463928/umfrage/wichtigste-social-media-plattformen-fuer-marketingverantwortliche/

[5] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/691584/umfrage/anteil-der-nutzer-von-instagram-nach-alter-in-deutschland/

[6] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/801496/umfrage/nutzung-von-youtube-videos-vor-kaufentscheidungen-in-deutschland/

[7] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/181086/umfrage/die-weltweit-groessten-social-networks-nach-anzahl-der-user/