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Einmaliges Erlebnis, aber unzufriedenstellender Service von EF

Laura
14.10.2020
Im August verbrachte ich vier Wochen mit EF in Brighton. Diese Reise habe ich bereits Ende 2019 gebucht. Zu dieser Zeit war der Service des EF Teams in Deutschland noch sehr zufriedenstellend. Da ich mir die Reise selber finanzieren musste, sollte natürlich alles perfekt werden. Schließlich war ich das ganze vorherige Jahr, trotz Abiturvorbereitung, jeden Samstag arbeiten. Doch als die Reise dann näher kam, wurden sowohl meine Eltern, als auch ich selbst, unsicher. Lange Zeit konnte mir niemand sagen ob ich nach England könne oder nicht. Von EF kamen keine Informationen. Ich musste mich bei Fragen bezüglich der Situation immer selbst erkundigen und habe leider selten jemanden erreicht. Wenn ich dann doch mal jemanden am Telefon hatte, konnten die mir nichts sagen. Später wurde mir gesagt, dass ich im Falle einer Absage der Reise nur einen Gutschein erhalten würde. Dieser hätte mir jedoch nächstes Jahr nichts mehr genutzt, da ich nur diesen Sommer die Zeit dazu hatte. Aber da mir die Anzahlung auch nicht zurückerstattet worden wäre, konnte ich nicht viel mehr tun als warten, obwohl mir die Lust zu dem Zeitpunkt schon ziemlich vergangen war. Schließlich hatte ich Glück und durfte nach Brighton fliegen. Es war natürlich trotzdem unschön, dass ich so lange in dieser Unsicherheit leben musste. Immerhin ging es für mich dabei um eine ganze Menge Geld. In England kam ich zu einer super Gastmutter, von der ich nach einer Woche leider wieder wegmusste, da sie in der erhöhten Risikogruppe ist und keine Schüler während Corona mehr aufnehmen darf. Das war natürlich ärgerlich, da ich mich nach etwa einer halben Woche dort richtig wohlgefühlt habe und dann wurde mir gesagt, am nächsten Wochenende habe ich noch mal umzuziehen. Leider habe ich kaum Informationen von den Mitarbeitern erhalten und musste mich um meine Abholzeit, meine nächste Unterkunft und die weiteren Optionen zu erfahren immer selbst in der Schule an der Rezeption erkundigen. Da es nicht meine Schuld war, dass ich gehen musste, hätte ich dabei wirklich mehr Entgegenkommen erwartet. Am Ende hat das dann ganz gut funktioniert und ich wurde im Wohnheim untergebracht, wobei ich natürlich nicht gefragt wurde. Dort wurde mir dann gesagt, ich könne im Wohnheim nur eine Woche zum selben Preis bleiben, für die nächsten zwei Wochen müsste ich mich entscheiden, ob ich zuzahlen würde oder erneut in eine Gastfamilie umziehen will. Ich entschied mich schließlich für die nächste Gastfamilie, hauptsächlich aufgrund der Kosten. Somit war ich in meiner dritten Unterkunft meines vierwöchigen Aufenthalts. Die zweite Gastfamilie war bei weitem nicht so gut wie die erste und auch einige meiner Freunde waren alles andere als zufrieden mit ihren Gastfamilien. Hinzu kommt, dass ich eigentlich auch von der zweiten Gastfamilie weggeschickt werden sollte, bei mir jedoch eine Ausnahme gemacht wurde, da ich ja bereits mehrfach umziehen musste und so die Gastfamilie gefragt wurde, ob ich die eine Woche noch bleiben könne. Diese wollten das natürlich, da sie den Job auch wegen des Geldes taten. Der Grund dafür war derselbe wie bei der ersten Familie, also das sie erhöhte Gefahr auf eine Infektion hätten. Da frage ich mich natürlich warum man die Gastfamilien nicht zeitgleich überprüft. Es kann doch nicht sein, dass ein Schüler der bereits zwei mal unfreiwillig umziehen musste, aufgrund des gleichen, lediglich nicht vorher überprüften Problems, wieder umziehen soll. Das alles war manchmal stressig und ich war mehr oder weniger auf mich allein gestellt. Trotzdem bin ich im Nachhinein nicht unglücklich so viel verschiedenes gesehen zu haben. Was den Unterricht betrifft bin ich mehr oder weniger zufrieden. Einen Tag in der Woche hatten wir nur Online Unterricht. Dieser begann aber morgens um 9 und endete abends 18 Uhr. Das war sehr lang und für mich persönlich unnütz. Der Sinn einer Sprachreise ist schließlich die Kommunikation und das ist online einfach nicht realisierbar. Dafür hatte ich auch nicht bezahlt. Ansonsten war der Unterricht in der Schule okay. Was das Freizeitprogramm betrifft, war es schade, dass wenig angeboten werden konnte. Das war natürlich nicht zu ändern und die Aktivitäten, die wir durchführen durften, waren toll geplant. Weiterhin waren unsere Activity Manager wirklich super und der Großteil der Lehrkräfte war immer freundlich. Für mich war die Reise ein einmaliges Erlebnis. Ich habe unglaubliche Freunde gefunden, so viel gesehen, meine Englisch Kenntnisse stark verbessert und auch mich selbst entwickelt. Heute bin ich froh, dass ich die Reise gemacht habe. Das war ein unglaublicher Monat! Trotzdem würde ich von EF abraten, besonders in Zeiten wie Corona. Ich hatte trotz zahlreicher Komplikationen großes Glück, andernfalls wäre es mir ähnlich ergangen wie vielen andern, die ihr Geld nicht wieder bekommen haben. Und selbst wenn es kein Corona gibt, sollte man bedenken, dass EF mehr oder weniger wie ein Geschäft handelt. Die Schüler interessieren nicht im geringsten, Hauptsache deren Zahlungen sind da. Meine Reise war trotz allem toll, aber nicht unkompliziert. Für den hohen Preis erwarte ich einfach besseren Service. Alles in Allem würde ich eine Sprachreise auf jeden Fall empfehlen, weil man die Sprache einfach am besten lernt, wenn man in einem Land lebt, in dem man sie den ganzen Tag spricht. Und ganz besonders wichtig ist für mich auch, dass man Freunde von überall findet, was in einem ganz normalen Urlaub schwieriger wäre. Trotzdem sucht euch eine andere Organisation aus, EF erfüllt nicht das, was es verspricht!
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