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Die wichtigsten Zahlungsarten für Online-Shops

Zahlungsarten im Online Shop

Der Online-Warenkorb ist gepackt, die Versanddetails sind schon eingetippt, aber kurz vor dem Check-Out kommt es trotzdem zum Kaufabbruch: Für 50% der deutschen Konsumenten war das Fehlen der richtigen Zahlungsart bereits der Grund, sich doch noch gegen eine Online-Bestellung zu entscheiden.[1]

Wie wichtig der richtige Mix an angebotenen Zahlungsarten ist und was die relevantesten Zahlungsarten für Online Shops sind, ist daher Thema unseres heutigen Blog-Beitrags.

Zahlungsarten sind entscheidend für den Erfolg Ihres Online-Shops

Wie anfangs erwähnt steht und fällt die Conversion vom Seitenbesucher zum Kunden mit dem richtigen Angebot an Zahlungarten. Bereits die rein quantitative Erhöhung der Zahlungsarten im Shop steigert Umsatz und Kaufabschlüsse.[2] Am Markt stehen Unternehmen hierzu eine Vielzahl an Zahlungsarten zu Verfügung, die jeweils unterschiedliche Vor-und Nachteile mit sich bringen. Ein besonders wichtiger Faktor ist dabei die Kundenakzeptanz: Eine Zahlungsart, die für den Shopbetreiber auf den ersten Blick besonders risikoarm und günstig erscheint, wird bei Nicht-Akzeptanz der Kunden schnell zur teuren Fehlinvestition durch Kaufabbrüche. Bei deutschen Konsumenten genießen beispielsweise die folgenden 6 Zahlungsarten die größte Beliebtheit:

  1. PayPal oder Ähnliches 34%
  2. Rechnungskauf 27%
  3. Lastschrift oder Kreditkarte 18%
  4. Direktzahlung via Bankkonto 16%
  5. Nachnahme 2%
  6. Ratenzahlung 2%

 

Beliebteste Zahlungsarten Deutschland. | Quelle: Statista, Stand 2017

Gleichzeitig können aber finanzielle Möglichkeiten und Bedürfnisse des Unternehmens nicht außer Acht gelassen werden. Bei der richtigen Auswahl kommt es also darauf an, die Balance zu finden aus Sicherheit und Bequemlichkeit für die Konsumenten sowie Risiko-und Kostenminimierung auf Händlerseite. Um zu entscheiden, welche Bezahloptionen Sie in Ihrem Online-Shop anbieten sollten, stellen wir daher im Folgenden die wichtigsten Online-Zahlungsarten im Detail vor.

Rechnung

Aus Konsumentensicht ist der Kauf auf Rechnung eine der beliebteste Bezahloptionen im Internet. Der Kunde hat Zeit, die Ware zunächst in Ruhe Zuhause zu prüfen, bevor dann das Geld an den Händler überwiesen wird. Weiterer Pluspunkt für viele Kunden: Es müssen keine sensiblen Bankdaten im Internet eingegeben werden. Besondere Bedeutung hat die Rechnungszahlung zudem beim Handel mit Geschäftskunden. Kommen Ihre Kunden vornehmlich aus dem B2B-Bereich, sollten Sie auf diese Zahlungsart nicht verzichten. Dies in Verbindung mit der Präferenz des Rechnungskaufs bei hohem Warenkorbwert erklärt auch die Tatsache, dass Käufe auf Rechnung den größten Anteil am Gesamtumsatz im deutschen E-Commerce Umsatz haben.[3]

Aus Händlersicht birgt der Rechnungskauf prinzipiell das größte Risiko. Unternehmen müssen auf die Zahlungsmoral der Kunden vertrauen. Bei Zahlungsausfall drohen hohe Kosten für Mahnungen oder gar Inkassoverfahren. Auch die Retouren-Quote ist bei dem Kauf auf Rechnung am höchsten.[4] Einige Online-Shops beschränken daher die Möglichkeit des Rechnungskaufs von vornherein auf eine bestimmte Warenkorbgröße oder schalten sie nur für Stammkunden frei. Ganz outgesourct wird das Risiko eines Zahlungsausfalls über die Zwischenschaltung eines Dienstleisters. Payment-Service-Provider übernehmen Bonitätsprüfung sowie Zahlungsabwicklung und garantieren eine Zahlung an den Händler – auch wenn der Kunde einmal nicht zahlt. Diese Absicherung schlägt sich wiederum in den jeweiligen Gebühren nieder. Beispiele einzelne Anbieter sind etwa Klarna (29€/Monat und 3,25% +1,69€ pro Transaktion) oder PayPal PLUS (1,49% -2,49 % und 0,35€ pro Transaktion).

Vorkasse

Im Gegensatz zum Rechnungskauf ist bei der Zahlung via Vorkasse das Händlerrisiko minimal. Der Kunde überweist nach der Bestellung den Kaufpreis direkt auf das Geschäftskonto des Unternehmens und erst nach Erhalt des Geldes wird die Ware versandt. Aus technischer Sicht müssen dem Kunden nur die Kontodaten zur Verfügung gestellt werden und Kontoführungsgebühren sind der einzige Kostenpunkt. Sowohl Risiko als auch Kosten sind für Händler bei der Zahlung per Vorkasse gering. Das macht diese Zahlungsart gerade bei kleinen Shops sehr beliebt.

Für Kunden ist die Vorkasse hingegen oft wenig attraktiv – insbesondere wenn sie noch keine Erfahrung mit dem Online-Shop haben. Der Kunde muss in Vorleistung treten und dem Unternehmen einen Vertrauensvorschuss bezüglich des Erhalts der Ware gewähren. Zudem verlängert die Transaktionsdauer der Überweisung von meist 2-3 Tagen die Lieferung. Daher setzen Unternehmen teilweise mit kleinen Rabatten Anreize für den Kauf via Vorkasse und zeigen durch die Einbindung von Bewertungen, dass der Kunde auf den Erhalt der Ware vertrauen kann.

Nachnahme

Bei der Bezahlung per Nachnahme geht der Händler durch das Verschicken der Ware in Vorleistung: Der Kunde zahlt erst bei Erhalt der Bestellung direkt beim Paketboten. So können die Konsumenten sichergehen, dass sie nur zahlen, wenn die Ware wirklich ankommt und es müssen keine Bankdaten elektronisch übermittelt werden.

Auch für den Händler ist das Risiko überschaubar, da im Umkehrschluss nur bei Zahlung die Ware übergeben wird. Allerdings kann die Überweisung des Zahlungsbetrages von Paketdienst zu Unternehmen zwischen 10 bis 14 Werktage dauern. Zudem entstehen seitens des Logistikunternehmens Servicegebühren. Beispielsweise berechnet DHL eine Nachnahmegebühr von 5,60€, die vom Händler im Voraus zu bezahlen ist – unabhängig davon, ob der Kunde die Lieferung auch annimmt. Üblicherweise werden diese Kosten dem Kunden zuzüglich zum Warenpreis berechnet.

PayPal

PayPal ist wahrscheinlich der bekannteste Anbieter für elektronische, bargeldlose Bezahlvorgänge. Haben Kunden ein Konto bei dem E-Payment Dienst eröffnet, ist eine Zahlung mit ein paar Klicks abgeschlossen. Bei dem Bezahldienst können entweder die Kreditkartendaten oder für Lastschrift und Überweisung das Bankkonto hinterlegt werden. So ermöglicht PayPal dem Käufer bereits vorab eine Präferenzauswahl. Ebenso sorgt der PayPal Käuferschutz für mehr Sicherheit auf Kundenseite: Wird ein Artikel nie versandt oder weicht stark von der Produktbeschreibung ab, erhalten Kunden bis zu 200 Tage nach Kauf ihr Geld zurück. Nicht verwunderlich also, dass PayPal die Listen der beliebtesten Zahlungsarten in Deutschland anführt.

Auch für Händler ist PayPal eine unkomplizierte Zahlungsart. Das Geld geht ohne Verzögerung auf das PayPal-Konto des Unternehmens und die Transaktionsabwicklung wird vollständig ausgelagert. Einziger Nachteil: Für jede beim Händler eingehende Zahlung fällt eine Gebühr an. Im Euro-Raum beläuft sich diese,  abhängig vom monatlichen Transaktionsvolumen über das PayPal-Konto [5],auf 1,49% bis 2,49 % und 0,35€ Grundbetrag pro Transaktion. Für Transaktionen ins Ausland können ebenfalls Extra-Kosten anfallen.

SEPA Lastschrift

Eine weitere, für Kunden besonders bequeme Alternative, ist die Lastschrift – gerade bei häufigen Käufen im gleichen Shop. Der Kunde gibt einmalig seine IBAN und BIC an und erteilt dem Händler die Ermächtigung, die fälligen Beträge von seinem Konto einzuziehen. Bei der SEPA-Basislastschrift besteht für Privatkunden 8 Wochen nach Zahlung die Möglichkeit der Lastschrift nachträglich zu widersprechen, sodass der Betrag zurückgebucht wird[6]. Somit birgt das Lastschriftverfahren im Vergleich zur Vorkasse weniger Risiko und ist mit weniger Aufwand verbunden, als der Rechnungskauf. Allerdings müssen Bankdaten (IBAN und BIC) im Internet angegeben werden – für einige Konsumenten ist dies aus Angst vor Phishing und Datendiebstahl ein No-Go.

Für Händler besteht allein die Gefahr, dass das Konto nicht gedeckt oder die angegebenen Daten falsch sind. Klarer Vorteil sind hingegen die vergleichsweise niedrigen Gebühren. Um das Lastschrift-Verfahren im Online-Shop anbieten zu können, muss entweder in Absprache mit der Hausbank eine Schnittstelle geschaffen werden, oder ein externer Anbieter wie bspw. Billsafe genutzt werden.

Zahlungsarten Online Shop

Kreditkarte

Nutzen deutsche Konsumenten am liebsten den Rechnungskauf oder PayPal, ist die Kreditkarte international ganz klar die präferierte Zahlungsart für den Online-Kauf. Mit der Eingabe von Name, Kreditkartenummer, Ablaufdatum und Prüfnummer ist der Kauf mit der Kreditkarte schnell und unkompliziert. In Deutschland und Europa sind insbesondere VISA und Mastercard weit verbreitet, während bei Kundschaft aus den USA American Express unverzichtbar ist.

Erste Voraussetzung, um die Zahlung mit Kreditkarte im eigenen Shop anbieten zu können, ist ein Kreditkartenakzeptanzvertrag. Ein solcher Vertrag wird mit einer sogenannten Acquirer-Bank geschlossen. Die Acquirer-Bank zieht für den Online-Händler das Geld des Kunden über dessen Kreditkarte ein und übernimmt  die Verantwortung für die sichere Abwicklung der Zahlungen. Bevor ein Akzeptanzvertrag zustande kommt, wird ein Online-Shop daher einer strengen Prüfung unterzogen. Das ist zwar aufwändig, aber gleichzeitig wirkt bereits die Zulassung eines Shops zur Kreditkartenzahlung als Merkmal für Seriosität.

Ist die Prüfung erfolgreich, fehlt noch ein externer Payment Service Provider als Schnittstelle zwischen Händler, Kunde und Acquirer-Bank. Dieser Dienstleister stellt die notwendige Software zur Verfügung und hier wird dann auch die Disagio-Gebühr pro Transaktion fällig. Hinzu können noch monatliche Grundgebühren kommen. Während das Risiko bei der Zahlung via Kreditkarte für Händler recht gering ist, sind es meist diese anfallenden Gebühren, die besonders kleine Online-Shops davon abhalten, Kreditkartenzahlungen anzubieten. Bei größeren Shops ist die Kreditkarte allerdings als sowohl für Händler wie Kunden komfortable und sichere Zahlungsart ein Muss.

Wichtiger Hinweis: Seit dem 13. Januar 2018 gilt EU-weit das Surcharging Verbot. Für die Verwendung von Kreditkarten, Überweisungen sowie Lastschrift dürfen von Kunden keine Extra-Gebühren mehr verlangt werden.[7]

Sofortüberweisung

Insbesondere im deutschsprachigen Raum ist die Direktüberweisung via externer Dienste eine weitere wichtige Zahlungsart in Online-Shops. Gängigster Anbieter ist hier als Marktführer die Sofort GmbH. Kunden geben ihre Bankdaten auf der Website des Anbieters ein und dieser überweist den geschuldeten Betrag an den Online-Händler. Für Konsumenten ist der Aufwand für eine Sofortüberweisung daher nicht größer, als eine reguläre Online-Überweisung. Allerdings werden sehr sensible Daten wie PIN und TAN an eine externe Stelle übermittelt. Das sorgt bei einigen Verbrauchern für starke Bedenken.

Aus Händlersicht kann die Sofortüberweisung besonders durch die günstigen Gebühren punkten: Es werden nur 0,9 % des Transaktionsbetrages und 0,25€ Grundgebühr fällig.

Zahlungsarten Online Shop

Ratenkauf

Der Kauf auf Raten ist im E-Commerce eine eher seltene Option, kann sich aber insbesondere für Anbieter von höherpreisigen Produkten, wie Elektroartikel, Möbel oder auch Reisen lohnen. In Studien[8] zur Einführung des Online-Ratenkaufs berichtet der Großteil der Online-Händler von gestiegenen Warenkorbwerten und höheren Conversion-Raten. Durch eine Finanzierung über Teilzahlungen und Zinsen können auch die Kunden angesprochen werden, die die nötigen Mittel nicht auf einmal aufbringen können. Dadurch, dass sich der Kunde die Kreditaufnahme bei seiner Bank als Zwischenschritt erspart, gewinnt der Shop an Verbraucherfreundlichkeit.

Um sich gegen das Risiko von Zahlungsausfällen abzusichern und den Abwicklungsaufwand für die Kunden zu minimieren, ist auch beim Ratenkauf der Einsatz eines externen Zahlungsdienstes sinnvoll. Der Händler erhält den vollen Betrag, während der Kunde die Ware beim jeweiligen Anbieter abbezahlt. Bekannte Anbieter sind beispielsweise BillPay (29 €/Monat und pro Transaktion 1,69 € +3,0 %), RatePay (nach Darlehenshöhe und Laufzeit, im Vergleich teurer) oder auch PayPal Plus.

 

Es gibt keine Muster-Lösung für die richtigen Zahlungsarten

Die vorangegangene Auflistung zeigt: Es gibt eine Vielzahl an Zahlungsarten, die verschiedene Stärken und Schwächen aufweisen. Wie die richtige Auswahl an Zahlungsarten aussieht, hängt letztlich von der Zielgruppe, den Produkten und den Mitteln Ihres Online-Shops ab:

Während für eine ältere Zielgruppe beispielsweise aufrgund größerer Bedenken beim Datenschutz Rechnung, Nachnahme und Kreditkarte hoch im Kurs stehen, sind für junge Konsumenten Anbieter wie PayPal oder die Direktüberweisung wegen ihrer Schnelligkeit attraktiver. Die Preise der angebotenen Produkte sind ein weiterer Einflussfaktor. Bei hohem Warenkorbwert präferieren Konsumenten klassische Bezahlverfahren, wie Rechnungskauf, Kreditkarte oder Ratenzahlung. Welche Zahlungarten überhaupt rein technisch angeboten werden können, hängt zudem von der verwendeten Shop Software ab. Je nach Shop System kann die Implementierung einer Zahlungsvariante, wie beispielsweise Lastschriftverfahren oder Ratenkauf, erhöhten Integrationsaufwand bedeuten. Ganz besonders zu beachten ist zudem die Herkunft der Kunden: Ist in Deutschland noch PayPal Spitzenreiter der Beliebtheitsskala, ist das bei Mitbetrachtung von Österreich und der Schweiz die Rechnungs-Zahlung[9]. Außerhalb des deutschsprachigen Raums hat die Kreditkarte wiederum herausragende Bedeutung.

Fazit

Zahlungsarten im Online-Shop sind ausschlaggebend bei der Entscheidung für oder gegen den Einkauf auf einer Website. Bereits als kleiner Shop sollten Sie daher Ihren Kunden mindestens 3 bis 4 der oben genannten Zahlsysteme anbieten. Vergleichen Sie hierzu die Konditionen der einzelnen Anbieter und wägen Sie Kosten und Nutzen mit Hinblick auf die Zahlungspräferenzen Ihrer Kunden ab. So stellen Sie sicher, dass Sie keine Umsatzpotentiale aufgrund einer fehlenden Alternative ungenutzt lassen.

 

 

 

[1] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/329006/umfrage/umfrage-zu-faktoren-die-kunden-vom-kauf-in-webshops-abhalten/

[2] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/303357/umfrage/umfrage-zur-umsatzsteigerung-im-online-handel-aufgrund-neuer-zahlungsverfahren/

[3] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/224827/umfrage/marktanteile-von-zahlungsverfahren-beim-online-handel/

[4] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/253595/umfrage/retourenaufkommen-je-zahlungsverfahren-in-online-shops/

[5] https://www.paypal.com/de/webapps/mpp/paypal-fees#Festgeb%C3%BChr

[6] Diese Option besteht bei B2B-Geschäften über die SEPA-Firmenlastschrift nicht.

[7] https://www.bundesregierung.de/Content/DE/Artikel/2017/12/2017-12-08-verbraucher-zahlungsdiensterichtlinie.html

[8] https://t3n.de/news/was-haendler-ueber-den-ratenkauf-in-onlineshops-sagen-1110203/

[9] https://de.statista.com/statistik/daten/studie/822014/umfrage/bevorzugte-zahlungsverfahren-beim-online-einkauf/ ; https://de.statista.com/statistik/daten/studie/319321/umfrage/beliebteste-methode-zur-zahlung-von-online-bestellungen-in-deutschland/