Ausgezeichnet.org führt die häufigsten Fehler von Online-Händlern auf und erklärt, wie man mit einem Online-Shop Erfolg hat, das Bild zeigt eine Person, die einen Online-Shop besucht

Das sind die häufigsten Fehler von Online-Händlern

Ein Online-Shop ist für die meisten Unternehmen mittlerweile unerlässlich und gewinnt gerade auch angesichts der verzahnten Nutzung von on- und offline immer weiter an Bedeutung. Das Aufbauen und Erhalten eines Online-Shops ist dabei jedoch alles andere als einfach. Von der Erstellung der Webseite über Logistik und Marketing bis hin zum Kundenservice, gibt es viele Stellschrauben, die an dem Erfolg beteiligt sind. Nachfolgend sollen daher die häufigsten Fehler der Online-Händler sowie Tipps zu deren Behebung aufgeführt werden.

Was deutschen Konsumenten beim Online-Einkauf besonders wichtig ist, haben wir bereits in diesem Beitrag thematisiert.

Unzureichende Marktanalyse

Die Relevanz sorgsamer Marktanalyse wird in der Theorie immer wieder betont, in der Praxis wird sie dennoch oft vernachlässigt. Für jedes Business ist es von absoluter Notwendigkeit die Konkurrenz und die Kunden, sowie jegliche Entwicklungen genauestens zu verfolgen. Eine entsprechende Anpassung an das Marktgeschehen sichert die Wettbewerbsfähigkeit auf lange Sicht.

Das Angebot der Konkurrenz hat beispielsweise maßgeblichen Einfluss auf das eigene. Immer wieder muss das Alleinstellungsmerkmal deutlich gemacht oder sogar justiert werden. Die Kunden bestimmen mit ihren Bedürfnissen grundsätzlich die Richtung eines Unternehmens. Und beim stetigen Wandel der Branche auf der Stelle zu stehen, wäre fatal. Online-Händler müssen also sicherstellen, dass der Markt mit allen seinen Teilnehmern und Einflussgrößen ausreichend erforscht wird.

Falsche Produktkalkulation und Preispolitik

Zusätzlich zu einer mangelhaften Marktanalyse wird oft auch in Bezug auf die Produktkalkulation und Preispolitik mit unzureichender Präzision gearbeitet. Für Online-Händler liegt der Fokus meist eher auf Ein- und Verkauf und der Verkaufspreis wird eher geschätzt als kalkuliert. Diese Schätzungen beachten dabei dann oft weder Lager- noch Marketingkosten und auch eventuelle Retouren sind nicht in den Preis einkalkuliert.

Hinzu kommt noch ein gewisser Preisdruck, der durch die Konkurrenz entsteht. Nach der richtigen Kalkulation sollte zwar immer etwas Raum nach unten sein, keinesfalls sollte der Preis aber wiederholt herabgesetzt werden. So würde man schnell in eine Abwärtsspirale gelangen und kann die Produkte schon bald nicht mehr profitabel verkaufen. Auch hier ist es wieder besonders wichtig, sich auf einzigartige Merkmale der Produkte sowie des Unternehmens zu konzentrieren, welche die Kunden zum Kauf bewegen.

Undurchdachte Lagerhaltung

Dieser Punkt geht zwar Hand in Hand mit der Preiskalkulation, sollte aber dennoch einzeln aufgeführt werden. Jegliche Lagerhaltung ist teuer und ein mangelnder Durchblick hierbei kann erhebliche negative Folgen mit sich bringen. Ladenhüter, die unberührt im Lager verweilen, binden wichtiges Kapital, welches zum Voranbringen des Unternehmens genutzt werden könnte. Optimalerweise sollte daher eine Lagerbestandsanalyse durchgeführt und entsprechende Systeme implementiert werden, die das Lager in Zukunft überwachen.

Ausgezeichnet.org erklärt, welche Fehler Online-Händlern unterlaufen, wie eine falsche Lagerhaltung, das Bild zeigt Lagerregale

Falscher Fokus im Marketing

Marketing ist zwar wichtig, aber auch hier können Fehler gemacht werden. Oft liegt der Fokus dann auf Google Ads und die gewählten Keywords sind unverhältnismäßig teuer. Die erzielten Erfolge sind dann im Vergleich zum Input nicht ausreichend und es kommt zu Verlusten.

Stattdessen sollten Unternehmen den Fokus mehr auf die Suchmaschinenoptimierung (SEO) setzen. Mit etwas Arbeit kann man so die Sichtbarkeit und das Ranking einer Seite deutlich erhöhen und hat vor allem auf lange Sicht Vorteile. Social Media könnte eine weitere Möglichkeit bieten, kostengünstig mehr Reichweite zu erzielen.

Ein weiterer Aspekt, der dem Marketing zugesprochen werden kann und zu oft vernachlässigt wird: Cross-Selling. Beim Cross-Selling werden direkt auf den Produktseiten Zusatzprodukte und Empfehlungen angezeigt, die den Nutzer inspirieren und zum weiteren Einkaufen animieren sollen. Somit bietet sich eine weitere effiziente Möglichkeit zur Umsatzsteigerung.

Zu wenige Zahlungsoptionen

Über 50% der Deutschen haben ihren Online-Einkauf aufgrund von Zweifeln an der Sicherheit im Zahlungsverkehr abgebrochen.[1] Bei Zahlungsoptionen ist es also wichtig, Vertrauen zu vermitteln. Dies können Sie zum Beispiel durch eine Vielfalt an Zahlungsoptionen erreichen. So kann sich jeder Kunde die Option aussuchen, mit der er sich am wohlsten fühlt.

Zusätzliche Vertrauenswürdigkeit kann zum Beispiel durch eine SSL-Verschlüsselung, sonstige Sicherheitszertifikate, ein vollständiges Impressum und eine umfangreiche Datenschutzerklärung geschaffen werden.

Unübersichtlicher & schwer zu navigierender Online-Shop

Oft sind Online-Shops für Kunden insgesamt schwer zu navigieren. Anstatt Such- und Filterfunktionen zu optimieren, konzentrieren sich Online-Händler schnell eher auf das Design eines Online-Shops. Auch, wenn das Aussehen einer Seite und deren Aufbau wichtig ist, gibt es meist andere Aspekte, die eine Überarbeitung dringender nötig hätten.

Auch störend wirken zu viele Popups, die den Kunden immer wieder im Bestellprozess stören. Wie ein Hindernis wirkt zum Beispiel auch das Erstellen eines Kundenkontos, bevor eine Bestellung getätigt werden kann. Besser ist hierbei am Ende der Bestellung die Option zu bieten, die jeweiligen Daten für die nächste Bestellung zu speichern.

Eine schlecht zu navigierende Seite mit einem langen und unübersichtlichen Bestellprozess führt bei Kunden zu Stress und verleitet diese eher zu Kaufabbrüchen. Sie sollten daher sicherstellen, dass jegliche Schritte und Prozesse in Ihrem Online-Shop so benutzerfreundlich wie möglich sind.

Ausgezeichnet.org thematisiert die Relevanz vollständige und ausführlicher Produktbeschreibungen im Online-Shop, das Bild zeigt eine Person am Smartphone, die sich Produkte im Internet anschaut

Mangelhafte Informationen und Bilder

Kunden können die Produkte, die sie sich online ansehen nicht in den Händen halten und wie im Laden von allen Seiten betrachten. Ein Online-Shop sollte daher möglichst vollständige Produktinformationen liefern. Dies reduziert die Gefahr, dass bei den Kunden Frust aufkommt und kann außerdem Retouren (und damit zusätzlichen Aufwand und zusätzliche Kosten) verhindern.

Bringen Sie auch in die Produktbeschreibung einen echten Mehrwert ein. Achten Sie auf möglichst vollständige Informationen mit ausreichenden Details. Vor allem auch individuellere Aspekte wie eigene Erfahrungen und Bewertungen können hier hilfreich sein.

Wie Sie die Produktbeschreibungen auch hinsichtlich SEO optimieren, können Sie in diesem Beitrag lesen.

Auch die Bilder liefern viele Informationen. Sind diese jedoch zu klein und jegliche Details nicht zu erkennen, kann dies erneut zu Frust führen. Des Weiteren kann es für Nutzer hilfreich sein, mehrere Bilder zur Verfügung zu haben. Hierbei könnte das Produkt von unterschiedlichen Seiten oder auch in Benutzung dargestellt werden. Auch kurze Produktvideos finden immer mehr ihren Weg auf die Produktseiten.

Fazit

Auch wenn Online-Shops erhebliches Potenzial bieten, so schleichen sich immer wieder Fehler ein, die dieses minimieren. Online-Händler sollten daher regelmäßig den Markt mit allen Teilnehmern untersuchen, um frühzeitig auf Entwicklungen reagieren zu können. Außerdem kann es durchaus sinnvoll sein, den Bestellprozess im eigenen Online-Shop regelmäßig zu durchlaufen. So können Schwachstellen selber ermittelt und im Anschluss verbessert werden.

 


 

[1] Statista: Umfrage zu Faktoren, die Kunden vom Kauf in Webshops abhalten (2014)